Die Begriffe im Ringen sind für den Laien zugegeben manchmal schwierig zu verstehen. Hier habe ich deshalb ein kleines Glossar erstellt.

Ein für das Ansetzen oder Ausführen eines Griffes oder von Verteidigungshandlungen typisches Fassen des Gegners am Körper. Die Kämpfer streben eine bestimmte Fassart an, die ihnen eine individuell bevorzugte Kampfhandlung begünstigt, zum Beispiel das Doppeltfassen eines Armes zum Durchführen eines Schulterwurfes oder das Umfassen des Rumpfes als Voraussetzung für einen Wurf über die Brust.

 

Der gesamte Körper, vom Kopf bis zu den Füssen, gilt als Angriffsfläche. Die Beine dürfen eingesetzt werden. Das gilt im Stand- wie auch im Bodenkampf.

 

Beide Schultern des Ringers zeigen bereits (in einem Winkel unter 90 Grad) Richtung Matte, es droht ein Schultersieg des Gegners.

Ein zu Boden gebrachter Ringer vermeidet mit der Bank- oder Bauchlage auf den Rücken gedreht zu werden. Aus dieser kann man sich mit der Ringerbrücke befreien, indem man sich nur mit Kopf und Füssen auf die Matte stützt, ein Hohlkreuz macht und versucht, sich mit einem plötzlichen Seitschwung zu befreien.

Was den Schwingern der Sägemehlring, ist den Ringern die Matte – der Ort, auf dem sie ihren Lieblingssport ausüben. Sie weist einen Durchmesser von neun Metern auf. Sie besteht aus einer zentralen Kampffläche und einem ein Meter breiten Kreis (Passivitätszone).

Im Training werden die Würfe oft mit einem Dummy, einer Ringerpuppe geübt. Die Puppen verfügen über eine anatomisch richtige Gewichtsverteilung, sind unterschiedlich gross und auch – wegen der Gewichtsklassen – unterschiedlich schwer.

Schwunggriff aus dem Stand, bei dem der Gegner durch Eindrehen am Arm das Gleichgewicht verliert und bei seinem Fall über den Ausführenden Wertungspunkte abgibt.

Der Kampf wird mit einem Schultersieg beendet, wenn es gelingt, beide Schultern des Gegners eine Sekunde lang zu halten.

Ringerspezifische Langzeitverletzung, auch Ringerohr genannt. Das Ohr kann durch den ständigen Körperkontakt und die Reibung verletzt werden, mit Blut volllaufen und dick werden. Wird das Ohr nicht sofort behandelt, trocknet das Blut und das Ohr bleibt dick und sieht aus wie ein Blumenkohl.

Nur der Körper oberhalb der Gürtellinie gilt als Angriffsfläche. Das gilt im Stand- wie auch im Bodenkampf. Beinarbeit ist verboten. Die Abkürzung Greco kommt aus dem Englischen (Greco-Roman).

Es ist verboten, über einen längeren Zeitraum das Handgelenk des Gegners zu fassen.

Verhalten eines Ringers, bei dem er stets rückwärtsläuft, Griffe nur verhindert oder sich dem Kampfgeschehen sichtbar nicht stellt. Auch das Befinden in der roten Zone über einen längeren Zeitraum wird als Passivität bewertet. Bei der zweiten Passivitätsverletzung gibt es eine Verwarnung für den passiven Ringer, und der aktive Ringer hat das Recht zwischen Stand- und Bodenkampf zu wählen.

Der wohl berühmteste Überwurf im Ringen: Der Gegner wird von hinten umklammert und direkt über den Kopf geworfen, wobei er bei sauberer Ausführung sofort auf beiden Schultern landet.

Ein Kampf kann vorzeitig beendet werden durch einen Schultersieg oder durch eine technische Überlegenheit, wenn ein Ringer mindestens 8 oder 15 Wertungspunkte Vorsprung aufweist. (Je nach Turnier oder Mannschaftskampf).

In der Antike wurde nackt gerungen, so werden heute im Ringkampf enganliegende rote oder blaue Trikots sind im Ringkampf benutzt.

Jeder Ringer hat bei Verletzung maximal zwei Minuten Zeit, um sich behandeln zu lassen. Danach scheidet er verletzt aus. Bei Blut gibt es keine Verletzungszeit.

Unerlaubte Aktionen wie Kopf hochschlagen, Beinfehler, Trikot festhalten oder werden mit einer Verwarnung (0) sowie 2 Punkten für den Gegner gewertet. Es gibt Verbände, bei denen der Gegner bei einer Verwarnung nur noch einen Punkt erhält. Bei Punktegleichheit gewinnt der Ringer mit weniger Verwarnungen. Bei drei Verwarnungen wird ein Ringer disqualifiziert und verliert den Wettkampf.

Wird ein Wettkampf nicht vorzeitig durch einen Schultersieg beendet, so entscheiden die sogenannten Wertungspunkte. Für die verschiedenen Griffe und Aktionen werden nach einem genau definierten Reglement Wertungspunkte vergeben. Die höchstmögliche Wertung ist 5+1 Punkte für einen Ringer. Wer die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt die Runde respektive den Wettkampf.

Umklammern eines am Boden oder in der Bank befindlichen Ringers zwischen Hüfte und Brust und Durchführen einer Rolle über die gefährliche Lage (auch der Ausführende rollt sich über die Brücke).

Freistilangriff, der ein Bein oder beide als Ziel hat. Der Gegner wird dabei durch eine Blockade der Beine oder durch einen Ausheber zu Fall gebracht. Beinangriffe gibt es - ob von außen oder von innen - in zahlreichen Varianten.

Ständiges Rückwärtsgehen und Entziehen aus einer Griffhandlung durch Ausweichen nach hinten wird als Mattenflucht bezeichnet und kann mit Verwarnungen und Disqualifikation geahndet werden. Es ist auch verboten, die Matte zu verlassen.

Bei Wettkämpfen mit Videoaufzeichnung kann der Trainer eine Challenge, einen Videobeweis, verlangen, wenn er mit einer Bewertung einer Aktion nicht einverstanden ist und unmittelbar danach einen weichen Gegenstand auf die Matte wirft. Der Ringer kann den Entscheid des Trainers rückgängig machen. Das Video wird auf einem Monitor abgespielt, der in der ganzen Wettkampfstätte einsehbar ist. Verliert der Trainer die Challenge, wird sein Ringer mit einem Strafpunkt belegt.

Überraschungsgriff, bei dem der Ringer den Gegner auf sich selbst zieht und im letzten Moment überwirft.

So wird Ringen auf Englisch bezeichnet. Es darf nicht mit dem amerikanischen Showsportart Professional Wrestling (= Catchen) verwechselt werden. Weit näher mit Ringen verwandt sind beispielsweise Shuaijiao in China, Sumö in Japan, Glima auf Island, Ranggeln in Österreich oder Schwingen in der Schweiz. Der 1973 gegründete Schweizerische Ringerverband nennt sich seit 2011 Swiss Wrestling Federation (www.swisswrestling.ch)

Die männliche Zweikampfsportart Ringen ist über 5000 Jahre alt und diente der Kriegsvorbereitung. Es handelt sich um einen waffenlosen Zweikampf mit dem Ziel, den Gegner mit beiden Schultern gleichzeitig auf den Boden zu zwingen. Im Unterschied zu anderen asiatischen Kampfsportarten liegt dem Ringen keine explizite Philosophie des Zusammenspiels von Körper und Geist zugrunde.

Ringen war in der Antike sowohl Einzeldisziplin als auch, unter dem Namen Pale, Teil des Fünfkampfs. Gerungen wurde ohne Bekleidung und ohne Gewichtsklassen. Auch einen Bodenkampf gab es noch nicht. Sieger war, wer seinen Gegner dreimal zu Boden geworfen hatte. Spätestens seit dem Spätmittelalter gehörte Ringen auch zum Repertoire der militärischen Nahkampfausbildung.

In der Antike gehörte Ringen seit 708 v.Chr. zu den olympischen Disziplinen. Seit Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 ist Ringen fester Bestandteil des olympischen Programms und bleibt es bis mindestens 2028. Ein unverständlicher Versuch des IOC, Ringen nicht mehr zuzulassen musste 2013 nach heftigen Protesten, u.a. von Wladimir Putin, fallengelassen werden.

Abgewandelter Armzug, bei dem neben dem Gegner anstatt im Schwerpunkt eingedreht wird.

Umfassen und Abheben des Gegners von vorne, meist folgt daraus eine Punktwertung.

Der Ringer umfasst, meist in der Standposition, den Kopf des Gegners und führt eine Drehbewegung aus, um ihn auf die Matte zu zwingen. Diese Technik wird auch Kopfzug genannt.

Die Schweizer Mannschaftsmeisterschaft wird in der sogenannten Swiss Winforce Premium League ausgetragen. Der Hauptsponsor Winforce ist ein Schweizer Anbieter von Sportnahrung und Nahrungsergänzung.

Der Gegner wird mit einem Arm um den Nacken gegriffen. Mit dem anderen Arm erfasst man das Bein des Kontrahenten in der Kniekehle und reisst es hoch, so dass er sich nicht mehr befreien kann. Der Achselwurf wird im Freistilringen angewendet und auch Paketgriff genannt.

Es gibt schätzungsweise 1000 mögliche Grifftechniken, etwa 100 werden bei Turnieren tatsächlich angewendet.

Bodengriff, bei dem der ausführende Ringer den Gegner zwischen den Beinen packt, Spannung aufbaut und ihn dann ruckartig überwirft.

Schwunggriff am Arm, der vor allem den Druck und die Masse des Gegners ausnutzt. Ein ruckartiges Abtauchen und Eindrehen in den Schwerpunkt des Gegners bewirkt, daß er aus dem Gleichgewicht gerät und fällt.

In der Antike wurde in einer einzigen Gewichtsklasse gerungen, heute wird in sieben Gewichtsklassen gekämpft: Fliegengewicht, Bantamgewicht, Leichtgewicht, Weltgewicht, Mittelgewicht, Halbschwergewicht, Schwergewicht. Bei den Frauen verteilen sich die Gewichtsklassen im Bereich zwischen 48 und 75 kg, bei den Männern zwischen 57 und 130 kg. Oft wird vor einem Wettkampf abgenommen, um in einer tieferen Gewichtsklasse antreten zu können.

Einfachster Bodengriff, bei dem der Ringer beide Arme des Gegners packt und ihn mit Hilfe des eigenen Oberkörpers auf den Rücken rollt. Auch Armdurchzug genannt.

Position im Bodenkampf, bei der sich der Ringer über dem Gegner befindet und so die Möglichkeit zu Aktionen hat.

Verhindern jeglicher gegnerischer Aktionen durch Zusammenkauern oder Zusammenpressen. Nur bedingt erlaubt.

Hebelgriff an Armen und Nacken. Bis 14 Jahre ist der Nelson nur einseitig erlaubt (Halbnelson), dann kann von beiden Seiten eingegriffen werden (Doppelnelson).

Festhalten beider Arme des Obermanns vom Untermann im Bodenkampf, was den Obermann beider Stützen beraubt - er kann auf den Rücken gedreht werden. Wird im halbhohen Standkampf oft auch als «Setzer» bezeichnet.

Häufiger Ausruf des Schiedsrichters, da der Ringer weder einzelne Finger noch die ganze Hand umklammern darf.

Hebelgriff am Boden, bei der die schwächste Stelle des Gegners, der Ellbogen, ausgenutzt wird, um den Hebel anzusetzen.

Konter nach einem Schwunggriff, bei dem der Ringer den Restschwung ausnutzt und sich (über die eigenen Schultern) weiterdreht, bis sich der Gegner in der gefährlichen Lage befindet.

Jeder Überwurf über Brust oder Rücken hat eine hohe Amplitude (Reichweite) und kann mit bis zu 5 technischen Punkten gewertet werden.

Beliebte Technik im griechisch-römischen Stil, bei der man den Gegner verkehrt herum an der Hüfte aushebt und überwirft.

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