Schweizermeister2019Erstmals bestreitet Yanik Bucher die Mannschaftsmeisterschaft in der Winforce Premium League. Der 16-jährige Greco-Ringer nähert sich Schritt für Schritt dem neuen Niveau. Nicht zuletzt dank Einsätzen in drei verschiedenen Mannschaften und optimaler Bedingungen, die ihm die Pilatus Akademie bietet.

Andreas Schiendorfer: Wir stecken mitten in der Mannschaftsmeisterschaft der Swiss Premium LEAGUE. Wie läufts den Willisau Lions?

Yanik Bucher:  Ausgezeichnet. Nach zwei Kantersiegen gegen den Erzrivalen Kriessern liegen wir an der Tabellenspitze und sind zuversichtlich nach 2010 und 2015 endlich wieder einmal einen Schweizer Meistertitel holen zu können, vorausgesetzt natürlich, wir bleiben von Verletzungspech verschont.

Und wie geht es Dir persönlich in Deiner zweiten Aktivmeisterschaft?

Yanik Bucher: Ich wusste, dass der Sprung von der ersten Liga in die Premium League sehr gross sein würde.  Deshalb bin ich mit bisher zwei Einsätzen durchaus zufrieden. Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln, auf der Matte, aber auch im ganzen Umfeld. Nicht nur die Kämpfe selbst bringen mich weiter, sondern auch die Vorbereitung mitmachen zu können, bei Teamsitzungen dabei zu sein und die Atmosphäre in der Halle zu spüren. Ich will in diesem Winter so grosse Fortschritte machen, dass ich im kommenden Jahr mithelfen kann, den Generationenwechsel im Verein ohne Qualitätsverlust einzuleiten. 

Sind denn zwei Einsätze nicht ein bisschen wenig?

Yanik Bucher: Es sind wesentlich mehr, denn ich bin zum Glück gleich in drei Ligen einsatzberechtigt. In der zweiten Mannschaft von Willisau in der 1. Liga (zurzeit an der Tabellenspitze) und dank einer Doppellizenz auch mit dem RC Oberriet-Grabs in der Challenge League Ost, mit welchen wir letzten Samstag die Qualifikation für die Playoffs erreichten. So komme ich an jedem Wochenende zum Einsatz, in welcher Mannschaft entscheidet der Sportchef.

Bist Du, wenn Du in der 1. Liga antrittst, nicht doch ziemlich weit weg von der Premium-League-Mannschaft?

Yanik Bucher: Ich sehe das nicht so, nein. Zum einen herrscht bei uns im ganzen Klub eine tolle Kameradschaft und zum anderen trainieren alle Aktive miteinander. Ich kann also mehrmals wöchentlich von der «Ringerschläue» unserer Routiniers profitieren – und ich erhalte auch immer wieder die Möglichkeit, mit guten Trainingsleistungen auf mich aufmerksam zu machen. 

Auch wenn Du gar nicht viel mehr trainierst als vorher, ist doch die körperliche und wohl auch die geistige Belastung ungleich grösser. Wie sieht es mit der Belastung beziehungsweise der Erholung aus?

Yanik Bucher: Auch da bin ich sehr glücklich über meine jetzige Situation. Ich habe im Sommer an der Pilatus Akademie in Luzern meine kaufmännische Ausbildung begonnen.  Sie ist speziell auf die Bedürfnisse von Talenten in Sport und Kultur ausgerichtet und bietet dementsprechend Zeit für Trainings, Trainingslager und Wettkämpfe. Unter den bisherigen Absolventen befinden sich beispielsweise der Rollstuhlleichtathlet Marcel Hug oder die Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl.

Aber als Ringer bist Du dort sicher ein Exot…

Yanik Bucher: Nein, wir sind zu zweit und fühlen uns wohl. Es ist interessant, sich mit Sportlerinnen und Sportlern völlig anderer Sportarten auszutauschen und auch mit Musikern. Ich empfinde das als wertvolle Bereicherung und zusätzliche Motivation.

Zuletzt ein Wort zu Deinen persönlichen Zielen für die nächsten Monate…

Yanik Bucher: Allgemein formuliert ist es mein Ziel, mich in allen Bereichen weiter zu verbessern – in Bezug auf Technik, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit – und möglichst viel Wettkampferfahrung zu sammeln. Als Teamsportler möchte ich, wie schon gesagt, auf die nächste Saison hin zu einem wichtigen Kaderspieler der ersten Mannschaft heranreifen. Als Einzelsportler möchte ich bei den Kadetten den Schweizer Meistertitel holen, es wäre mein fünfter, und bei den Junioren mein diesjähriges Ergebnis – ich errang die Bronzemedaille – zumindest bestätigen. Zudem gilt es, an internationalen Turnieren einen Schritt in Richtung Weltspitze zu machen.  Nachdem ich mich dieses Jahr zwar für die olympischen Jugendspiele in Baku qualifiziert habe, aber nicht teilnehmen konnte, weil gar keine Wettkämpfe in meiner Gewichtskategorie (74-76 Kilogramm) stattfanden, sind 2020 die Europa- und Weltmeisterschaften mein grosses Ziel. Es wäre ein Traum, daran teilzunehmen und als Schweizer ehrenvoll abzuschneiden.

Interview mit Andreas Schiendorfer

 

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